Jane Doe

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Der Text

Auf der Info-Zeile des Telegram-Kontos meiner Freundin habe ich den Spitznamen โ€žjane doeโ€ (alles in Kleinbuchstaben) bemerkt. Da es Nacht war und ich nicht schlief, wollte ich ein bisschen dazu recherchieren. Genau zu diesem Thema liegt ein Artikel der Kieler Allgemeinen Zeitung vor, der am 13. November 2024 verรถffentlicht wurde und welchen Google auf den ersten Platz gestellt hat.

Demnach sei Jane Doe ein Muster fรผr den Namen einer Person, die nicht genannt werden soll. Ein mรคnnlicher Name fรผr dasselbe Ziel ist John Doe. Die Art und Weise, diese Begriffe zu verwenden, lรคsst sich bis ins 13. Jahrhundert zurรผckverfolgen: in juristischen Dokumenten aus jener Zeit sind รคhnliche Konzepte hรคufig zu finden. Welche Bedeutung hat diese Tradition, die bis heute nichts von ihrer Popularitรคt eingebรผรŸt hat?

In den USA werden John Doe sowie Jane Doe vor allem bei unbekannten Leichen und nicht identifizierten Personen angewendet. Vielleicht braucht man schon fรผr juristische Texte einen normalen Namen, um die lรคngeren Redewendungen wie โ€žeine unerkennbare weibliche Personโ€œ oder โ€žeine rechtlich geschรผtzte Personโ€œ zu vermeiden und natรผrlicher zu klingen. Andererseits kรถnnte man sich um die in der Rechtswissenschaft so verankerten Brรคuche kรผmmern. 

Alles in allem ist die Verwendung des Platzhalternamens โ€žJane Doeโ€œ (oder โ€žJohn Doeโ€œ fรผr Mรคnner) von entscheidender Bedeutung, um die Rechte der Prozessparteien zu wahren und einen Schutzmechanismus gegen mรถglichen Missbrauch zu schaffen.

Nachdem ich alle Informationen gesammelt und bis frรผh am Morgen wach gelegen hat, konnte ich das schwierige Rรคtsel endlich lรถsen und die Grรผnde verstehen, warum die Freundin so komische Wรถrter in ihre Bio-Sektion getippt hat. Denn sie arbeitet seit langem als Sicherheitsingenieurin bei einem GroรŸkonzern und will sich mรถglicherweise im Online-Bereich nicht eindeutig definieren. Sie ist nicht Jane Doe, sondern jane doe, also trรคgt sie sogar eine noch undefiniertere Identitรคt!

Schlaflos und erschรถpft รถffne ich die Tรผr unseres Bรผros und gehe direkt zum Arbeitsplatz der Freundin, um meine Ergebnisse zu รผberprรผfen. Wie unerwartet, รผberraschend und erniedrigend ist ihre kurze Erklรคrung: Sie hat es nur gemacht, weil sie den Film โ€žDie Autopsie von Jane Doeโ€œ sehr mag! Nichts Tiefes steht dahinter. Mein detektivisches Geschick und schlaflose รœberlegungen waren letztendlich vรถllig umsonst.

///350 Wรถrter

Verbesserte Version

Auf der Info-Zeile des Telegram-Kontos meiner Freundin stach mir der Spitzname โ€žjane doe” ins Auge โ€” alles in Kleinbuchstaben, geheimnisvoll und rรคtselhaft. Da mich in jener schlaflosen Nacht ohnehin die Unruhe umtrieb, machte ich mich auf, dem Phรคnomen auf den Grund zu gehen. Prompt stieรŸ ich auf einen Artikel der Kieler Allgemeinen Zeitung vom 13. November 2024, den Google an prominentester Stelle platziert hatte.

Dem Bericht zufolge diene โ€žJane Doe” als Platzhalter fรผr eine Person, deren Identitรคt verschleiert werden soll; das mรคnnliche Pendant dazu lautet โ€žJohn Doe”. Der Ursprung dieser Konvention lรคsst sich bis ins 13. Jahrhundert zurรผckverfolgen: Bereits in juristischen Schriftstรผcken jener Epoche tauchen vergleichbare Konstrukte auf. Welche Tragweite birgt dieser Brauch, der รผber die Jahrhunderte hinweg nichts von seiner Wirkkraft eingebรผรŸt hat?

In den Vereinigten Staaten kommen โ€žJohn Doe” und โ€žJane Doe” vornehmlich bei nicht identifizierten Leichen und anonymen Prozessbeteiligten zum Einsatz. Womรถglich bedarf es in der Rechtssprache schlicht eines griffigen Namens, um umstรคndliche Formulierungen wie โ€žeine nicht identifizierbare weibliche Person” zu umgehen und dem Text eine natรผrlichere Anmutung zu verleihen. Zugleich lieรŸe sich einwenden, dass man die tief in der Jurisprudenz verwurzelten Gepflogenheiten bewahren sollte.

Zusammenfassend lรคsst sich festhalten: Die Verwendung der Platzhalterbegriffe โ€žJane Doe” und โ€žJohn Doe” erweist sich als unentbehrlich, um die Rechte der Verfahrensbeteiligten zu wahren und einen wirksamen Schutzmechanismus gegen etwaigen Missbrauch zu errichten.

Nachdem ich sรคmtliche Erkenntnisse zusammengetragen und bis in die frรผhen Morgenstunden wach gelegen hatte, gelang es mir endlich, das vertrackte Rรคtsel zu entschlรผsseln und die Beweggrรผnde meiner Freundin zu durchschauen. Denn sie ist seit geraumer Zeit als Sicherheitsingenieurin bei einem GroรŸkonzern tรคtig und strebt offenkundig danach, sich im digitalen Raum nicht eindeutig zu exponieren. Sie ist keine Jane Doe, sondern jane doe โ€” sie hรผllt sich somit in eine noch nebulรถsere Identitรคt!

รœbermรผdet und zerschlagen betrete ich unser Bรผro und steuere schnurstracks auf den Arbeitsplatz der Freundin zu, um meine Schlussfolgerungen zu verifizieren. Wie ernรผchternd, ja geradezu demรผtigend fรคllt ihre lakonische Antwort aus: Sie habe es lediglich getan, weil ihr der Film โ€žDie Autopsie von Jane Doe” รผberaus zusage! Kein tieferer Sinn verberge sich dahinter. Mein detektivischer Scharfsinn und meine durchwachten Grรผbeleien โ€” alles vergebliche Liebesmรผh.